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Sonnenschutz-Guide: UVA-Strahlen, Make-up mit SPF, die richtige Pflege-Reihenfolge & alles, was du wissen solltest

Man muss an dieser Stelle wahrscheinlich nicht mehr erwähnen, dass Sonnenschutz das ganze Jahr über wichtig ist, um frühzeitiger Hautalterung und vor allem Hautkrebs vorzubeugen. Und trotzdem erwischt man sich immer mal wieder dabei, die Sonnencreme erst im Urlaub bei über 30 Grad einzusetzen. Das ist natürlich viel zu spät. Der tägliche Griff zum Sonnenschutz sollte selbstverständlich sein.

Darum haben wir für dich einen Faktencheck und einen SPF-Leitfaden in sechs Punkten zusammengestellt: Worin unterscheiden sich mineralische und chemische Sonnencremes? Was können Hybridprodukte aus Tagespflege und Sonnenschutz? Wie verlängert man die Eigenschutzzeit der Haut – und in welcher Reihenfolge trägt man Tagespflege, Make-up und Sonnencreme eigentlich richtig auf? Wir erklären dir alles, was du wissen musst.

1. Der feine Unterschied zwischen UVA- und UVB-Strahlen

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📷 @pinkhawaiiii January 2020 💧

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Sonnenlicht enthält zwei Arten von UV-Strahlen: UVA- und UVB-Strahlen. Die gesamte UV-Strahlung besteht zu 95% aus UVA-Strahlen, die bis in die tieferliegenden Schichten unserer Haut eindringen. In unserem Bindegewebe können sie dann das Kollagen beschädigen, was zu einer vorzeitigen Hautalterung in Form von Fältchen oder Pigmentflecken führen kann. Die energiereichen UVB-Strahlen dringen in die oberste Schicht der Haut ein und sind für eine kurzweilige Sommerbräune – oder einen Sonnenbrand – verantwortlich.

Mit dieser Eselsbrücke lässt sich der Unterschied ganz einfach merken: UV-A(lterung) und UV-B(rand).

2. Mineralische Filter vs. chemische Filter

Das Wichtigste zuerst: Sonnencremes mit mineralischem Filter können wir ohne schlechtes Gewissen an unsere Haut lassen! Die Formulierung ersetzt chemische Inhaltsstoffe mit mineralischen Pigmenten, die die Sonnenstrahlen wie ein Spiegel reflektieren. Die Pigmente dringen nicht in die Haut ein und sind daher auch für sensible Hauttypen, Schwangere oder Kinder gut verträglich. 

Ein beliebter Inhaltsstoff in mineralischen Sonnencremes ist Zinkoxid. Die feinen Partikel schützen vor der Sonne, gleichzeitig kann Zink Unreinheiten lindern. Wichtig zu wissen ist, dass natürliche Sonnencremes durch den Zink-Anteil einen leichten weißen Film auf der Haut hinterlassen können. Eine neue Generation von Naturkosmetik wirkt diesem Effekt mit pigmentierten Rezepturen entgegen, mit denen das Hautbild zart gebräunt aussieht.

Chemische Filter, wie sie in herkömmlichen Sonnencremes verwendet werden, bestehen hingegen aus chemischen Verbindungen, die in den Körper aufgenommen werden. Und hier liegt auch die Gefahr: Wenn die Substanzen in größeren Mengen über die Haut in den Körper gelangen, stehen sie in Verdacht, unseren Hormonspiegel zu beeinflussen.

3. Sonne ist gesund – so schützt du dich richtig!

Follow the Sun! Denn gut geschützt hat die Sonne auch eine Menge positiver Eigenschaften für unseren Körper, unseren Organismus, unser Immunsystem und unseren Stoffwechsel. Die warmen Strahlen der Sonne regen die Durchblutung an, verbessern unser allgemeines Wohlbefinden und sorgen für eine ausreichende Portion Vitamin D. Grundvoraussetzung für eine gesunde Sommerbräune: Du cremst dich richtig ein.

Richtig eincremen – ja! Aber was genau heißt das eigentlich? Der richtige Sonnenschutz beginnt mit der richtigen Auftragsmenge. Laut Experten/innen lässt sich die ideale Menge für das Gesicht über das Gewicht bestimmen. Es gilt: 2 mg Sonnencreme für 1 cm². Das entspricht in etwa der Größe einer Haselnuss oder eines Teelöffels. Verteile den Sonnenschutz am besten durch leichtes Klopfen auf der Haut, ohne ihn dabei einzumassieren. Die mineralischen Filter bleiben somit auf der Hautoberfläche und können ihren Schutz am besten entfalten. 

Der Lichtschutzfaktor gibt Aufschluss darüber, wie viel länger man als üblich (ohne Schutz) in der Sonne verweilen kann. Es heißt, die Eigenschutzzeit von hellen Hauttypen liegt bei etwa fünf bis 15 Minuten. Eine Sonnencreme mit SPF 30 verlängert diese Zeit um das 30-Fache Dauer. Da durch Schwimmen, Schwitzen oder Abreibung am Handtuch die Dauer des Sonnenschutzes reduziert wird, sollte er je nach Hauttyp mindestens alle zwei Stunden aufgefrischt werden. Übrigens: Auch unter dem Sonnenschirm erreichen 50% der UV-Strahlen die Haut und können für einen zart gebräunten Teint sorgen. 

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4. So findest du den perfekten Sonnenschutz für deine Haut

Bei der eigenen Beauty-Routine stellt sich die Frage, was besser für dich geeignet ist: Ein Hybrid aus Tagespflege und Sonnenschutz oder eine Sonnencreme? Tatsächlich unterscheiden sich hier die Meinungen der Experten/-innen. 

  • Variante 1: Kombi-Produkte aus Tagespflege und Sonnenschutz

Für eine leichte Handhabung im Alltag, bei der das Gesicht nur in der Mittagspause kurz in die Sonne gehalten wird, lässt sich ein Hybrid (der Pflege und Schutz in sich vereint), perfekt in die morgendliche Routine integrieren. Die Krux bei gemischten Cremes ist: Während die Tagespflege in die Haut eindringen soll, um dort die größtmögliche Pflege zu gewährleisten, sollen die mineralischen Filter des Sonnenschutzes jedoch nur auf der Hautoberfläche bleiben. Durch diese Kombination kann es also sein, dass die pflegenden Eigenschaften eher auf der Strecke bleiben. Wenn dein Hautzustand normal und unkompliziert ist und du wenig Pflege benötigst, kann diese Creme für dich geeignet sein. 

  • Variante 2: Tagespflege und Sonnenschutz getrennt voneinander auftragen

Die zweite Möglichkeit ist, Tagespflege und Sonnencreme in zwei Produktschritten aufzutragen. Somit wird die Haut zunächst gepflegt und schlussendlich on top mit einem Sonnenprodukt geschützt. Diese Alternative erfordert zwar eine zusätzliche Schicht Creme – für einen langen Tag in der Sonne ist ein speziell auf UV-Strahlen ausgelegtes Produkt jedoch die sicherste Wahl. Die Zwei-Phasen-Beauty-Routine ist für sensible und anspruchsvolle Hauttypen geeignet, die sich zwischen Pflege und Schutz nicht entscheiden wollen.

5. Die richtige Reihenfolge: So integrierst du Sonnenschutz in deine Beauty-Routine

Eine mineralische Sonnencreme für das Gesicht ist gefunden – jetzt geht es an die Frage: Wie integriert man den Sonnenschutz in seine alltägliche Beauty-Routine? Am besten ist es, die Pflegeschritte in der gewohnten Reihenfolge zu belassen und ganz zum Schluss den Sonnenschutz aufzutragen. Step-by-Step sieht die perfekte Routine für einen geschützten Teint und einen schönen Glow so aus:

  1. Das Gesicht wie gewohnt reinigen und mit einem Toner klären. 
  2. Für eine Extraportion Pflege und Glow ein feuchtigkeitsspendendes Serum sanft in die Haut einmassieren. 
  3. Eine Tagespflege schließt das Serum in die Haut ein, durchfeuchtet den Teint und schützt ihn vor äußeren Umwelteinflüssen. Wenn du einen Hybrid aus Pflege und Sonnenschutz verwendest, lies ab Punkt 5 weiter.
  4. Nachdem die Hautpflege gut eingezogen ist, folgt der Sonnenschutz: Dafür eine haselnussgroße Menge Sonnencreme auf dem Gesicht verteilen und leicht einklopfen. 
  5. Den letzten Schritt bildet das Make-up. Für einen natürlichen und leichten Sommer-Look einfach einen Hauch Bronzer auf den Wangenknochen, der Stirn und dem Nasenrücken verteilen. Das sorgt für einen frischen, strahlenden Teint, wie von der Sonne geküsst!

6. Make-up und Puder mit Sonnenschutz – reicht das aus?

Make-up mit Lichtschutzfaktor

Bestimmt bist du schon mal Make-up oder Puderprodukten mit Lichtschutzfaktor begegnet. Was verlockend klingt, reicht jedoch leider nicht aus, um die Haut sicher vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Der Grund: In der Regel wird von Beauty-Produkten nur eine sehr geringe und partielle Menge auf die Haut aufgetragen, wodurch das Produkt einen großen Teil seines Schutzes verliert. Nur eine Kombination aus Sonnencreme und Make-up mit SPF bietet einen idealen Schutz.

CC-Cremes mit SPF

Alternativ eignet sich eine neue Generation an Sonnencremes, die durch eine Pigmentierung den Eigenschaften einer Foundation nahekommen. Die CC-Creams mit SPF sorgen für einen zart gebräunten und strahlenden Teint und sind somit perfekt für heiße Sommertage geeignet. Damit sich der Sonnenschutz entfalten kann, ist eine haselnussgroße Menge essentiell. Da die Hybrid-Produkte meist eine sehr cremige Textur haben und sich beim Auftragen an den Hautton anpassen, lässt sich eine großzügige Menge gut verteilen. In diesem separaten Artikel erfährst du mehr über Organic Foundations mit Lichtschutzfaktor.

Jana Ackermann
Als ausgebildete Modejournalistin schreibe ich besonders gerne über die schönen Dinge im Leben: Stil, Beauty, Interior, Kultur und Nachhaltigkeit. Nebenbei entspanne ich beim Yoga, veranstalte regelmäßig Brunch-Clubs bei mir zuhause und dekoriere ständig meine Wohnung um. Als freie Autorin kann ich überall dort arbeiten, wo auch mein Laptop ist. Meistens ist das von meiner Heimat München und von meinem zweitliebsten Ort auf der Welt – dem spirituellen Bali.