Instagram-Inspiration: Das sind die Lieblings-Accounts von Choreografin & Ballroom-Tänzerin Gifty Lartey

In dieser Rubrik fragen wir Menschen, die uns inspirieren, nach ihren eigenen Inspirations-Quellen. Welche Instagram-Accounts begeistern, überraschen und faszinieren sie immer wieder auf’s Neue? Wer überzeugt sie mit einzigartigem, mutigem oder ungewöhnlichem Content? Dieses Mal: Gifty Lartey.

Über die Ballroom Community

Wir bei gitti glauben fest daran, dass es möglich ist, eine Welt zu schaffen, in der wir Menschen uns gegenseitig so akzeptieren, wie wir sind. In der jede*r sein Leben so gestalten kann, dass er/sie sich wohl fühlt und wir uns gegenseitig unterstützen und respektieren. Wo dieses Miteinander bereits toll funktioniert, ist die Ballroom Community. Die Bewegung ist in der US-amerikanischen LGBTQ-Szene in New York entstanden, mittlerweile werden auch bei uns in Deutschland Balls (so werden die Tanz-Battles genannt) organisiert. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, können wir dir auch die großartige Netflix-Serie „Pose“ ans Herz legen.

Über Gifty

Gifty ist Hip-Hop-, House- und Ballroom-Tänzerin, sie unterrichtet in Hamburg und veranstaltet Tanz-Battles und -Balls. Die 27-jährige Choreografin hat eine Ausbildung im Street Dance und setzt sich dafür ein, dass die Black Dance Culture in Deutschland als freischaffende Kunstform anerkannt wird.

Gifty, wieso fühlst du dich in der Ballroom-Community so gut aufgehoben?

Ich finde es toll, dass man sich selbst präsentieren kann und dafür gefeiert wird. Dass jeder seinen eigenen Moment hat und scheinen darf. Jeder ist extra, jeder hat seinen Character. Das ist hier ganz normal. Was die Ballroom-Community besser hinbekommt als die Gesellschaft? Wir kommunizieren miteinander und hören einander zu. Wenn jemand etwas erzählt, sei es noch so traumatisch, gibt es einen Safe Space. Diese Offenheit wird von niemandem ausgenutzt. Man pusht sich gegenseitig, den eigenen Schmerz anzuerkennen, sich seinen Ängsten zu stellen und aneinander zu arbeiten. Jeder macht im Leben irgendetwas Traumatisches durch und jeder verarbeitet es anders. Trotzdem bleibt oft ein negatives Gefühl hängen. Dadurch entstehen negative Dinge wie Missverständnisse und Streit, die man im Leben nicht braucht. Indem man Empathie für einander empfindet und zeigt, stärkt und heilt man sich. Das fehlt in der Gesellschaft. Wenn man gay oder trans ist und in einer Community lebt, die von der Gesellschaft so oder so missachtet und als unnormal abgestempelt wird, leidet man mental sehr darunter. Mental Health ist somit auch ein großes Thema, über das wir untereinander sprechen.

Inwiefern stärkt der Halt deiner Community dein Selbstbewusstsein?

Es geht im Ballroom sehr stark darum, dass du alles sein kannst, was du möchtest und in dem Moment, in dem du dein Outfit anlegst und den Runway betrittst, dich vollkommen in diesen Character verwandelst. Das pusht das eigene Selbstbewusstsein extrem und verleiht einem eine super starke Attitude. Weil man merkt, dass es von der Community gefeiert wird und den anderen gefällt, fühlt man sich komplett wohl, schämt sich für überhaupt nichts. Man kennt es aus der Gesellschaft ja sonst ganz anders, man geht aus der Haustür und versteckt sich die ganze Zeit. Hier kann man sich zeigen. Das ist empowernd und befreiend.

Fühlst du dich seitdem auch im Alltag stärker und wohler?

Absolut! Denn auch außerhalb des Ballrooms sind wir als Community so eng miteinander verknüpft und respektieren uns, das macht was mit einem. Ich war früher übergewichtig und schüchtern, ich wollte meinen Körper überhaupt nicht zeigen – jetzt ist mir alles egal und ich fühle mich wohl, genau so, wie ich bin. Diese Liebe zu sich selbst versuche ich nun, auch anderen zu vermitteln.

Sei, wie du es liebst. Wie gelingt einem das?

Wieso sollte ich aussehen wollen wie jemand anders? Wir sind alle individuell, genau das ist doch das Schöne! Man darf seinem eigenen Körper nicht ständig das Gefühl geben, nicht gut genug zu sein. Nur, weil die Arme kürzer, die Beine dicker oder die Brüste größer sind als bei anderen. Der Körper sollte gesund sein, wir müssen aufhören, uns zu vergleichen. Ich wiege heute mehr als früher, aber ich fühle mich absolut wohl und mag meinen Körper. Wir sind alle schön und stark, jeder auf seine Weise. Selflove bedeutet nicht, morgens aufzustehen und sich jeden Tag perfekt zu finden. Sondern beschreibt den Versuch, sich selbst jeden Tag Liebe und Anerkennung zu schenken und sich zu akzeptieren. Eine Übung, die mir sehr dabei geholfen hat: Ich habe mich im Spiegel angeschaut und mir gesagt, dass ich mich liebe. Anfangs fand ich das albern, was sehr traurig ist. Doch ich habe mich darauf eingelassen, und es tut wahnsinnig gut.

Das sind die Lieblings-Accounts von Ballroom-Tänzerin Gifty Lartey:

Ballroom & Community

Wer sich über die Ballroom-Community informieren oder einen Einblick in unsere Welt bekommen möchte, dem kann ich diese beiden Seiten empfehlen. Hier findest du auch Links zu Dokumentationen. Ballroom Reacts finde ich super und sehr lustig, weil man dort nicht nur die Tänzer sieht, sondern auch die Reaktionen der Zuschauer. 

Beauty

Früher war ich sehr natürlich unterwegs, doch mittlerweile liebe ich es, Farbe und verrücktes Augen-Make-up zu tragen. Inspirationen finde ich zum Beispiel bei diesen vier Accounts.

Nägel

Ich liebe Nail Art, diese Seite feiere ich richtig. Hier finde ich viele Inspirationen, die ich dann zu Hause für mich interpretiere und nachmache.

Hairstyles & Wigs

Ich schaue mir viele Tutorials für meine Afro-Haare an, dieser ist mein absoluter Lieblings-Account. Die Seite setzt sich nicht nur mit verrückten Hairstyles auseinander, sondern auch ganz grundsätzlich mit dem Thema Black Beauty.

Female Empowerment

Diese beiden Seiten kann ich jeder Frau empfehlen, es geht um Education, sie stärken zudem das Selbstbewusstsein, machen gute Laune und Mut.

Anna-Lena Koopmann
Ich arbeite seit zehn Jahren als freie Journalistin für die verschiedensten Zeitschriften und Online-Magazine. Daher habe ich bereits unzählige Trends in den Bereichen Beauty, Mode und Lifestyle ausprobiert und darüber berichtet. Was ich an the good good. so besonders toll finde? Es geht um einen ganzheitlichen Approach an das Thema Schönheit, um Conscious Living. Ich bin nämlich absolut überzeugt, dass eine gesunde Balance und ein gutes Verhältnis zu sich selbst und dem eigenen Körper die Grundvoraussetzungen sind, um sich wirklich schön und wohl in seiner Haut zu fühlen. Mit meinen Artikeln möchte ich genau dafür ein Bewusstsein schaffen und dich dazu inspirieren, offen und neugierig zu sein; Dinge mutig zu hinterfragen und Neues einfach mal auszuprobieren.