Foto: Anne Deppe

Weniger Müll, besser für Haut & Umwelt: Nachhaltige Alternativen zu Abschminkpads aus Baumwolle

Jedem von uns sollte mittlerweile bewusst sein, dass Umweltschutz uns alle etwas angeht und niemand sich wegducken darf. Doch selbst dann weiß man oft nicht, wo man anfangen kann. Wichtig ist, zu verstehen, dass es bereits ganz kleine Veränderungen in der täglichen Routine sein können, mit denen man einen großen Beitrag dazu leisten kann.

Ein gutes Beispiel dafür sind Wattepads – die sich ganz einfach durch nachhaltigere Alternativen austauschen lassen. Denn Baumwolle sowie die daraus bestehenden Pads sind im Anbau und in der Produktion extrem umweltschädlich, sie produzieren zudem viel Plastikmüll und sind ungesund für dich und deine Haut.

Darum solltest du deine Wattepads ersetzen

Wer täglich Make-up benutzt, und sei es nur Mascara oder Blush, der benötigt abends durchschnittlich zwei Pads, um sich wieder abzuschminken. Allein diese Beauty-Routine produziert im Jahr einen Abfall von 730 Wattepads pro Person. Wer zudem einmal die Woche seinen Nagellack wechselt und dabei pro Hand ein Pad verwendet, braucht dafür weitere 416 Pads. Insgesamt sind das also bereits 1146 Pads pro Jahr, die man nach einmaliger Benutzung wegwirft. Hinzu kommen eventuell sogar noch weitere für ergänzende Produkte wie Toner oder andere Gesichtswasser. Da die Produkte zudem in Plastikverpackungen verkauft werden, produzieren wir dadurch sogar noch weiteren Müll.

Baumwollpads: Schädlich für deine Haut und die Umwelt

Ein Großteil der Baumwolle, die zur Verarbeitung von Baumwollpads verwendet wird, kommt aus Indien und China. Die Pflanze gilt als sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge, für kein anderes landwirtschaftliches Anbauprodukt werden daher so viele Pflanzengifte eingesetzt wie für Baumwolle. Dabei wird häufig auch Glyphosat verwendet, das nachweisbar schädliche Auswirkungen auf die Umwelt hat und im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Für den Anbau von Baumwolle wird darüberhinaus extrem viel Wasser benötigt, und als ob die Umweltbilanz nicht schon erschreckend genug wäre, werden die Pads zum Schluss auch noch gebleicht – damit sie für den Kunden schön weiß aussehen.

Der Anbau von Baumwolle und die Produktion von Baumwoll-Pads sind somit nicht nur schlecht für Ressourcen und Umwelt, sondern auch für dich und deine Haut. Denn sogar in den Endprodukten, also den Pads selbst, konnten noch immer Reste der Pestizide und Gifte festgestellt werden. Diese können bei der Benutzung dann über deine Haut in deinen Körper gelangen.

Es ist somit unverzichtbar, sich Gedanken über nachhaltigere Alternativen zu machen. Wir erklären dir, wie diese ganz konkret aussehen.

Die bessere Alternative zu Wegwerf-Baumwoll-Pads: wiederverwendbare Produkte (Foto: Anne Deppe)

Wegwerf-Pads zum Abschminken? Das sind die gesünderen und nachhaltigeren Alternativen:

Sind Wattepads aus Bio-Baumwolle wirklich besser?

Wattepads aus Bio-Baumwolle sind sicherlich eine bessere Variante als die herkömmlichen, da hier unter anderem auch auf faire Arbeitsbedingungen Wert gelegt wird. Dennoch reduzieren auch sie weder den hohen Ressourcenverbrauch der Herstellung, noch das Müllproblem. Und: Sogar in Wattepads aus Bio-Baumwolle wurde das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in hoher Konzentration nachgewiesen. Genau das, was wie zuvor erwähnt krebserregend sein soll.

Die beste Alternative: Wiederverwendbare Wattepads

Die wiederverwendbaren Pads sehen fast genau so aus wie die herkömmlichen, der Unterschied: Nach der Benutzung kannst du sie ganz einfach auswaschen (sogar bei 40-60 Grad in der Waschmaschine), danach sind sie wie neu. Die waschbaren Pads sind in der Anschaffung etwas teurer als die Einmalprodukte, doch da du sie lange gebrauchen kannst, lohnt sich diese Alternative sogar finanziell. Es gibt auch hier Pads aus Baumwolle, die meisten sind jedoch aus einer Art Frottee-Stoff, aus Bambus oder aus Konjac-Fasern.

Und wer noch etwas sparsamer sein möchte, kann sich aus alten Stoffen oder T-Shirts auch ganz einfach Abschminkpads selber basteln.

Alternativ gibt es auch waschbare Pads aus Polyester/Mikrofaser, einige von ihnen verlieren bei der Benutzung und bei jedem Waschvorgang jedoch Mikroplastik, welches dann ins Grundwasser geht. Diese sind daher nicht unsere erste Wahl.

Waschbare Nagellackentferner-Pads

Die gleiche Lösung gibt es übrigens auch für das Entfernen von Nagellack. Die meisten wiederverwendbaren Pads können ebenfalls problemlos dafür verwendet werden, es gibt jedoch auch ganz spezielle Produkte aus besonders lösungsmittelresistentem Material. Die Benutzung ist genau gleich, einfach den Nagellackentferner auf ein Pad geben und damit die Farbe wie gewohnt von den Nägeln nehmen. Bitte unbedingt darauf verzichten, Nagellackentferner mit chemischen Inhaltsstoffen zu verwenden, da diese über das Auswaschen ins Grundwasser gelangen würden.

Der gitti nagellackentferner ist 100 Prozent natürlich und ohne die folgenden Stoffe, die oftmals in traditionellem Nagellackentferner zum Einsatz kommen: Acetone, Ethylacetat, Butylacetat, petrochemische Lösungsmittel, Phenoxyethanol, Phthalsäureanhydrid, Phthalsäureester, Parabene.

Anna-Lena Koopmann
Ich arbeite seit zehn Jahren als freie Journalistin für die verschiedensten Zeitschriften und Online-Magazine. Daher habe ich bereits unzählige Trends in den Bereichen Beauty, Mode und Lifestyle ausprobiert und darüber berichtet. Was ich an the good good. so besonders toll finde? Es geht um einen ganzheitlichen Approach an das Thema Schönheit, um Conscious Living. Ich bin nämlich absolut überzeugt, dass eine gesunde Balance und ein gutes Verhältnis zu sich selbst und dem eigenen Körper die Grundvoraussetzungen sind, um sich wirklich schön und wohl in seiner Haut zu fühlen. Mit meinen Artikeln möchte ich genau dafür ein Bewusstsein schaffen und dich dazu inspirieren, offen und neugierig zu sein; Dinge mutig zu hinterfragen und Neues einfach mal auszuprobieren.