Clean your Routine: Dunja Kara erklärt, wie du deine Beauty-Produkte auf Naturkosmetik umstellst

Du beschäftigst dich immer stärker mit dem Thema Naturkosmetik und würdest deine Beauty-Routine gerne umstellen? Doch du weißt einfach überhaupt nicht, wo du anfangen sollst? Das geht nicht nur dir so. Dunja Kara hat jahrelange Erfahrung in diesem Bereich und bietet in ihren CleanMyRoutine-Workshops genau diese Beratung an: Sie erklärt allen Interessierten, wie man möglichst identische – aber gesündere  und umweltfreundlichere – Alternativen zu den bisherigen Lieblings-Produkten findet. Sie hilft außerdem zu erkennen, welche Bedürfnisse die eigene Haut tatsächlich hat und gibt in nur einer Session alle wichtigen Tools mit an die Hand, um schnell und erfolgreich zu wechseln.

Aufgrund der aktuellen Situation finden die Organic Workshops auf Wunsch auch virtuell via Zoom-Beratung statt, im Einzel-Coaching oder als Webinar.

Dunja, wie fängt man an, wenn man seine Beauty-Routine umstellen und zu Naturkosmetik wechseln möchte?

Man sollte sich am Anfang die folgenden beiden Fragen stellen: Welche Produkte benutze ich am häufigsten? Und welche Produkte wandern auf direktem Wege in den Körper? Das Ziel der Umstellung ist es schließlich, synthetische Stoffe sowie die, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen oder den Hormonhaushalt durcheinander zu bringen, zu eliminieren. Ich empfehle daher diese Reihenfolge:

1. Lippenprodukte

Eine Person leckt sich im Leben unbewusst circa drei Kilo Lippenprodukt von den Lippen. Diese wandern somit auf direktem Wege in den Körper. Und es gibt in der Naturkosmetik mittlerweile so tolle Farben und Texturen, dass man Lippenstifte oder Pflegeprodukte wirklich ganz einfach wechseln kann.

2. Tagescreme

Da man die Pflege tagtäglich benutzt, ist es empfehlenswert, dieses Produkt auch so früh wie möglich durch eine natürliche Alternative zu ersetzen. Im Idealfall wechselt man gleich zu einem Hybrid aus Sonnenschutz und Tagespflege.

3. Deo

Das Deo schnellstmöglich auszutauschen macht ebenfalls absolut Sinn. Denn wenn man sich regelmäßig rasiert, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Haut unter den Achseln durchlässiger wird oder man ihr dort mikro-feine Verletzungen zufügt. Dadurch können auch diese Produkte und die enthaltenen Stoffe direkt in den Kreislauf gelangen.

4. Duft

Als vierten Schritt empfehle ich, das eigene Parfüm zu hinterfragen. Es gibt etwa Studien, die Moschus in der Muttermilch nachgewiesen haben. Es gibt mittlerweile einige spannende Parfümhäuser, die komplexere natürliche Düfte entwickeln. Alternativ würde ich das konventionelle Parfüm auf die Kleidung sprühen. Im Sommer würde ich jedes Parfüm grundsätzlich nur auf die Kleidung sprühen, denn sowohl in konventionellen als auch natürlichen Düften gibt es Duftstoffe, die in Kombination mit Sonne für Reizungen sorgen können.

Foto: Anne Deppe

Welche Inhaltsstoffe sollte man umgehend aus seinem Bad verbannen?

Ich finde Parabene und erdölbasierte Stoffe wie Paraffin schwierig. Letzteres ist ein steinaltes Beauty-Ingredient, dessen man sich bedient, weil es die Haut praller wirken lässt und einen vermeintlichen Glow-Effekt-Effekt erzielt. Es ist in meinen Augen jedoch totes Material, denn im Vergleich zu natürlichen Ölen enthält es keinerlei Fettsäuren, die helfen, die Hautlipide aufzubauen. Da gibt es weitaus cleverere Lösungen, die zudem einen Mehrwert liefern. Argan-Öl ist hingegen viel reicher an Vitamin E, eines der meist erforschten Antioxidantien.

Welche Stoffe der Naturkosmetik sind hingegen wahre Beauty-Heroes?

Es gibt super spannende Ingredients wie etwa Niacinamide, eine Form des Vitamin B3. Es gibt spannende Studien, die nachweisen, dass bereits eine zweiprozentige Lösung die Talgdrüsenproduktion reduzieren und Melasma, also Hyperpigmentierungungen, aufhalten kann. Von diesem Stoff werden wir in den nächsten Jahren noch viel hören. Auch Vitamin E ist eine richtig tolle Sache.

Auf deiner CleanMyRoutine-Website findet man die Clean Swap Machine…

Genau, die Clean Swap Machine ist ein Formular, in das jeder seine bisherigen Lieblingsprodukte eintragen kann, die er gerne durch eine 1:1-Naturkosmetik-Alternative ersetzen möchte. Eine Foundation, ein Cleanser oder eine Creme, mit der man bisher gut zurecht gekommen ist. Ich habe mir eine große Datenbank angelegt und schlage dann Produkte vor, die möglichst identisch sind.

Worauf sollte man bei der Umstellung achten, um Produkte zu finden, die wirklich zum eigenen Hauttyp passen?

Wenn es lediglich um eine Hauttyp-Einschätzung geht, hilft es, sich einzulesen. So kann jeder herausfinden, welche Haut er hat und was diese genau benötigt. Doch neben Hauttypen gibt es noch Hautzustände wie etwa Akne, Neurodermitis, trockene Haut oder Pigmentierungen… Da empfehle ich, nicht nur die Symptome zu behandeln, sondern sie unbedingt ganzheitlich zu betrachten und ihnen auf den Grund zu gehen. Denn das sind immer Zeichen dafür, dass der Körper etwas mitteilen möchte. Wir müssen uns von dem Mindset verabschieden, dass wir alle Hautprobleme mit Beauty-Produkten lösen können. Denn selbst, wenn Cremes kurzfristige Lösungen und Veränderungen liefern, liegt das eigentliche Problem ja viel tiefer.

Wie kann man bei der Umstellung seiner Beauty-Routine Fehlkäufe vermeiden?

Ich würde die Stores immer nach einem Sample fragen, bevor ich Originalgrößen kaufe. Das ist nicht bei allen Produkten möglich, aber bei Seren, Cremes, Tonern oder Lotionen – wo die meisten Fehlkäufe passieren – geht das definitiv.

Klar ist es einem manchmal unangenehm und man traut sich nicht, doch als Kunde darf man den Store ruhig herausfordern. Je häufiger danach gefragt wird, desto besser reagieren Geschäfte zukünftig darauf. Viele der kleinen kuratierten Online-Shops bieten sogenannte Sample-Kits an, die weitaus preiswerter sind als die Original-Produkte.

Verrätst du uns deine drei Lieblings-Shops für Naturkosmetik?

Meine Favoriten sind Blanda Beauty, Amazingy und Genuine Selection. Alle drei haben ein wunderschönes, toll kuratiertes Sortiment, ich habe bisher ausschließlich gute Erfahrungen mit diesen Shops gemacht.

Auf welche Produkte schwört Dunja? Ihre ganz persönlichen Beauty-Heroes verrät sie uns im Shelf-Life-Interview.

Folge Dunja auf Instagram: @dunjakara

Anna-Lena Koopmann
Ich arbeite seit zehn Jahren als freie Journalistin für die verschiedensten Zeitschriften und Online-Magazine. Daher habe ich bereits unzählige Trends in den Bereichen Beauty, Mode und Lifestyle ausprobiert und darüber berichtet. Was ich an the good good. so besonders toll finde? Es geht um einen ganzheitlichen Approach an das Thema Schönheit, um Conscious Living. Ich bin nämlich absolut überzeugt, dass eine gesunde Balance und ein gutes Verhältnis zu sich selbst und dem eigenen Körper die Grundvoraussetzungen sind, um sich wirklich schön und wohl in seiner Haut zu fühlen. Mit meinen Artikeln möchte ich genau dafür ein Bewusstsein schaffen und dich dazu inspirieren, offen und neugierig zu sein; Dinge mutig zu hinterfragen und Neues einfach mal auszuprobieren.