Kristalle, Aromadüfte und veganes Leder: 1331-Gründerin Johanna Bartsch im Gespräch

In dieser Rubrik stellen wir dir Gründer und ihre nachhaltigen Brands vor, die die Welt nicht nur schöner machen – sondern auch ein bisschen besser…

Gründer-Steckbrief

Name des Labels: 1331

Gründerin: Johanna Bartsch

Gründungsjahr: 2018

Website: https://www.1-3-3-1.com

Gründerin von 1331: Johanna Bartsch

Foto: 1331
Foto: 1331

Die Gründungsgeschichte

Mit 15 habe ich mit meiner Familie eine zeitlang in Indien gelebt, diese Erfahrung hat mich sehr geprägt. Insbesondere die ungleiche Verteilung von Geld und Chancen war für mich unerträglich. Schon damals wusste ich, dass ich in irgendeiner Form die Welt zum Besseren verändern möchte.

Ich habe später in Berlin Mode-Management studiert und im Rahmen meiner Abschlussarbeit einen Businessplan zu der Fragestellung geschrieben, ob es möglich ist, in der Modebranche ein ethisch korrektes Unternehmen zu führen.  Ich bin überzeugt davon, dass es einen riesigen Impact haben kann, wenn alle Menschen in ihrem jeweiligen Talent- oder Leidenschaftsbereich versuchen, die Welt ein Stückchen zu verbessern.

Mir war immer klar, dass ich gründen möchte, ich habe mich alleine aber einfach nicht getraut. Ich habe immer darauf gewartet, dass es Freunde mit mir zusammen angehen. Weil sich hier nichts ergeben hat, habe ich einen Job im Produkt-Management eines Online-Händlers angefangen.

Wenn jeder die Welt in seinem Talentbereich ein Stückchen besser machen würde, hätte das einen riesigen Impact!

Johanna Bartsch

Der Schlüsselmoment

Die Arbeit in dem großen Unternehmen war für mich eine Challenge, weil sie überhaupt nicht mit meinen nachhaltigen Ansprüchen zu vereinen war. Zudem habe ich gemerkt, dass ich zu ehrlich und zu wenig politisch bin, viele sahen mich als Trouble Maker, weil ich Themen angesprochen habe, die mich störten. Ich habe also gekündigt und bin auf Reisen gegangen. 

2018 gab es den Moment, als ich mir eingestanden habe: Eigentlich wolltest du immer vegane Taschen entwerfen, du hast dich nur nie getraut. Worauf wartest du, du kannst das doch alles alleine! Und dann habe ich mich endlich getraut.

Das Team

Ich habe keinen Investor und keine Mitarbeiter, ich bin eine One-Woman-Show und mache alles alleine, ich kümmere mich um Design und Produktion.

Die größte Challenge

Alleine zu arbeiten, ich bin ein absoluter Team-Mensch. Mein Freund hilft mir sehr und feiert auch jeden Erfolg mit mir, als wär es sein eigener. Da er auch ein Modelabel hat, ist er mein engster Vertrauter und Mentor, wir arbeiten jeden Tag zusammen und stützen uns, sodass ich zwar kein Team habe, aber auch nicht alleine bin. Es ist unglaublich wichtig, dass jemand da ist, der einem Feedback gibt. Und der einen motiviert, wenn Zweifel aufkommen, insbesondere am Anfang, denn es ist schwierig, sich immer wieder alleine hochzuziehen und weiterzumachen… Meine größte Challenge ist, neben dem fehlenden Team, dass ich die ganze Verantwortung alleine trage und täglich Entscheidungen getroffen werden müssen. Und zwar in allen Bereichen, in die ich mich einlesen und einarbeiten muss.

Foto: 1331

Das größte Learning

Ganz klar: Man darf sich nicht mit anderen vergleichen. Inspiration kann schön und gut sein, aber auch wenn man sich ständig die Erfolge anderer Female Entrepreneurs anschaut, kann das einschüchternd wirken.

Und man muss lernen, seine Erfolge zu feiern, sind sie noch so klein. Wenn man zum ersten mal gründet, ist alles neu. Ständig muss man sich weiterbilden. Es ist wichtig und motivierend, sich ab und zu bewusst zu machen, wie weit man schon gekommen ist.

Die Mission

Grundsätzlich ging es mir nie darum, ein Mode-Label zu haben. Ich wollte immer gesellschaftlich  etwas verändern. Eine Grundlage schaffen, etwas zu bewegen. Das mache ich im Kleinen schon jetzt, ich produziere ausschließlich in Europa mit Menschen und Fabriken, die für hohe Qualität stehen, und die ich persönlich kenne.

Ich möchte Value kreieren, jedes meiner Produkte soll seine Berechtigung haben. Es gibt schon so viele Produkte auf der Welt, wenn meines nicht besser ist als das, was bereits auf dem Markt ist, dann verwerfe ich die Idee. 

Die Philosophie

Design, Funktionalität und Nachhaltigkeit sind die drei wichtigsten Werte, nur, wenn alle drei in einer gesunden Balance zueinander stehen, kann das Produkt geboren werden, das ich guten Gewissens in die Welt hinausschicken kann.

Die drei Werte Design, Funktionalität und Nachhaltigkeit müssen in der Balance zueinander stehen, um ein gutes Produkt zu kreieren.

Johanna Bartsch

Die Hero-Produkte

Die Taschen

Meine Taschen werden aus veganem Leder in Portugal und Spanien in Handarbeit gefertigt. Das Material ist ein Lederimitat aus hochwertigem Synthetik, wasserbasierend, ohne Lösungsmittel und Chemikalien.

Foto: 1331

Die Raumdüfte

Hierfür arbeite ich mit einem Aromatherapie-Spezialisten aus Berlin zusammen, der mir die besten Inhaltsstoffe garantiert.

Das Shinrin- yoku mit den grünen Kristallen bedeutet wörtlich übersetzt „Waldbaden“. Hintergrund: In Japan schicken Ärzte ihre Patienten zur Genesung in den Wald, denn die ätherischen Öle, die von den Laubwäldern freigesetzt werden, wirken heilend und entspannend auf unser Gemüt. Genau diese Öle finden sich ich in meinem Raumduft, wenn man ihn in die Luft sprüht, wirkt er unterbewusst auf unsere Stimmung, er entspannt uns und reduziert Angst und Stress.

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Die Duftkristalle

Man tröpfelt ein paar Tropfen von dem Duft auf Salzkristalle, die diesen nach und nach abgegeben und wie Raumdüfte wirken.

Foto: 1331

Folge 1331 auf Instagram: @1331stories

Anna-Lena Koopmann
Ich arbeite seit zehn Jahren als freie Journalistin für die verschiedensten Zeitschriften und Online-Magazine. Daher habe ich bereits unzählige Trends in den Bereichen Beauty, Mode und Lifestyle ausprobiert und darüber berichtet. Was ich an the good good. so besonders toll finde? Es geht um einen ganzheitlichen Approach an das Thema Schönheit, um Conscious Living. Ich bin nämlich absolut überzeugt, dass eine gesunde Balance und ein gutes Verhältnis zu sich selbst und dem eigenen Körper die Grundvoraussetzungen sind, um sich wirklich schön und wohl in seiner Haut zu fühlen. Mit meinen Artikeln möchte ich genau dafür ein Bewusstsein schaffen und dich dazu inspirieren, offen und neugierig zu sein; Dinge mutig zu hinterfragen und Neues einfach mal auszuprobieren.