Shelf Life: Das sind die Lieblings-Produkte von Celebrity Hair & Make-up Artist Benjamin Becher

Hair & Make-up Artist Benjamin Becher

Benjamin Becher ist Hair & Make-up Artist, er arbeitet eng mit Lena Gercke zusammen und hat auch Promis wie Paris Hilton, Rosamund Pike, Emilia Schüle oder Karolina Kurkova schon für Shootings oder den Auftritt auf dem Red Carpet gestylt.

Wir haben ihn gefragt, worauf er bei Beauty-Produkten Wert legt, wann Brands ihn überzeugen und welche Lieblinge ganz oben in seinem Regal stehen.

Mein Background

Ich habe eine klassische Friseur-Lehre bei Udo Walz gemacht und schnell gemerkt, dass mich das alleine nicht erfüllt. Also habe ich mich parallel dazu an einer Schule zum Make-up Artist ausbilden lassen. Ich war der erste, der bei Udo Walz die Kombination Haare & Make-up angeboten hat, sodass ich die Red Carpets betreuen durfte und so erstmals mit meinem heutigen Beruf in Verbindung gekommen bin. In einem Praktikum habe ich dann ein Lookbook-Shooting begleitet, das war der Moment, als ich endgültig wusste, dass ich meine Looks auf Roten Teppichen, in TV-Shows und Magazinen sehen möchte.

Mein Stil

Wenn man aus der Ausbildung kommt, will man zeigen, was man alles kann. Früher habe ich acht verschiedene Lidschatten auf das Auge geknallt – heute lautet mein Motto „less is more“. Ich mag softe Texturen und klare Linien, die mühelos und easy aussehen. Ich spiele im Gesicht gerne mit Licht und Schatten. Diese ganzen Instagram-Make-up-Trends wie Baking, Highlighting oder Contouring versuche ich gar nicht, in meinen Stil einzubringen. Ich möchte das Gesicht meiner Kundinnen nicht überlagern, sondern ihre Features betonen und ihren Charakter zeigen.

Mein Anspruch an Beauty-Produkte

Da ich mit den Produkten arbeite, müssen sie schlichtweg performen. Wenn ich sie auf Produktionen und Fotoshootings benutze und merke, dass der Effekt auch nach Stunden noch da ist, bin ich überzeugt. Ich toleriere es überhaupt nicht, wenn die Textur sich aufhebt und bröcklig wird.

Foto: Benjamin Becher

Shelf Life: Die Lieblingsprodukte von Benjamin Becher

Gesichtspflege

Skincare ist für mich ein Hauptmerkmal für schönes Make-up. Mein erster Arbeitsschritt ist immer die Reinigung, das mache ich nicht mit Mizellenwasser, sondern wasche das Gesicht der Models mit einem Cleanser. Super finde ich den Enzyme Cleanser von Babor, er ist Cleanser und Peeling in einem und trägt auch die abgestorbenen Hautschüppchen ab. Ideal sogar für sensible Haut liefert er die perfekte Basis für alles weitere. 

Danach benutze ich gerne einen Jade-Roller, den ich zuvor in den Kühlschrank lege. Damit kann man nicht nur toll massieren, sondern auch ein Serum oder eine Pflege einarbeiten. Für die tägliche Pflege nehme ich den Daily Moisturizer von Eve Lom, oder The Cream von Augustinus Bader. Wenn man müde aussieht und zudem den ersten Fältchen vorbeugen möchte, empfehle ich die Augencreme Seacreation von Babor.

Foto: Benjamin Becher

Make-up

Wenn man Foundation benutzen möchte, rate ich zu Tinted Moisturizern wie Wonderglow von Charlotte Tilbury oder der Range von Laura Mercier, die Pionierin in dem Bereich. Ich bin kein Fan von zu stark deckendem Make-up, ich finde es schöner, die eigene Haut zu präsentieren. Blush finde ich gut, um etwas Frische ins Gesicht zu zaubern, ich liebe die Highlighter-Palette mit den Cream Blushs von RMS, die sich ganz schnell mit dem Finger auftragen lassen.

Früher war es in der Naturkosmetik sehr schwierig, hochpigmentierte Lidschatten herzustellen, mittlerweile erkennt man keinerlei Unterschiede mehr zu den herkömmlichen Produkten von großen Luxus-Brands, auch die Texturen sind so seidig, dass man sie toll verblenden kann. Super finde ich etwa die Lidschatten von Und Gretel.

Gute naturbasierende Mascaras zu finden ist weiterhin schwierig, sie trocknen sehr schnell aus, da gewisse Konservierungsstoffe fehlen. Außerdem benötigen sie sehr viel Zeit zum Trocknen. Hier braucht man übrigens gar nicht viel Geld für teure Produkte auszugeben, die preiswertesten sind oft die besten, von den Bürsten, der Pigmentierung und der Schwärze. Mein Favorit ist die Colossal-Wimperntusche von Maybelline.

Foto: Benjamin Becher

Foto: Benjamin Becher

Hairstyling

Ich bin ganz ehrlich, in diesem Bereich muss in der Naturkosmetik noch viel passieren. Produkte wie etwa Spitzenseren funktionieren toll, aber wenn es um’s Styling geht, also Haarspray und Wachse, sind die Texturen nicht ideal. Entweder wird das Produkt schnell bröcklig, fettet stark oder wird hart. Mir fehlt die cremige Konsistenz, die ich für meine Arbeit brauche, damit ich flexibel bin und Haarstylings ändern kann, wenn der Kunde es sich wünscht.

Ich arbeite viel mit den Produkten von Kevin Murphy, keine Naturkosmetik, aber hochwertige und umweltfreundliche, naturbasierende Pflege mit pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Lavendel, Kornblumen, Papaya und Kernöl-Essenzen.

Nahrungsergänzung

Ich nehme die Haut-Haare-Nägel-Kapseln von Pure. Es braucht ein paar Monate, um den Effekt zu sehen, doch die überzeugen mich absolut. Ich habe früher immer Nägel gekaut, durch die Kapseln ist die Nagelplatte viel härter geworden. Zudem sorgen sie für straffe Haut und kräftiges Haar.

Meine absoluten Beauty-Secrets:

Mein Holy Grail: Ich schwöre auf den Lip Balm von Dr. Lipp auf der Basis von Wollwachs. Er macht ultra-softe Lippen, ich benutze ihn auch als Eye-Gloss oder trage ihn auf trockene Hautstellen auf. Ich habe davon unzählige Packungen zu Hause, aus Angst, dass er irgendwann aus dem Sortiment genommen wird. (lacht)

Foto: Benjamin Becher

Mein SOS-Produkt: Ich bin ein großer Fan von Eye Patches. Ich habe alle durchgetestet, meine Favoriten sind die von Maria Galland. Das Relief zieht sich so sehr an die Haut an, als würde dir ein Tintenfisch die Schwellungen einfach aus deinem Gesicht saugen.

Immer in meiner Handtasche: Aesop-Handcreme und Blotting Paper von Shiseido, hier performen aber die meisten Brands ganz gut.

Meine Beauty-Treatments: Ich gehe regelmäßig zur Mikrodermabrasion und zum Ausreinigen.

Folge Benjamin auf Instagram: @benjamin_becher

Anna-Lena Koopmann
Ich arbeite seit zehn Jahren als freie Journalistin für die verschiedensten Zeitschriften und Online-Magazine. Daher habe ich bereits unzählige Trends in den Bereichen Beauty, Mode und Lifestyle ausprobiert und darüber berichtet. Was ich an the good good. so besonders toll finde? Es geht um einen ganzheitlichen Approach an das Thema Schönheit, um Conscious Living. Ich bin nämlich absolut überzeugt, dass eine gesunde Balance und ein gutes Verhältnis zu sich selbst und dem eigenen Körper die Grundvoraussetzungen sind, um sich wirklich schön und wohl in seiner Haut zu fühlen. Mit meinen Artikeln möchte ich genau dafür ein Bewusstsein schaffen und dich dazu inspirieren, offen und neugierig zu sein; Dinge mutig zu hinterfragen und Neues einfach mal auszuprobieren.