Foto: Hugo Kemmel

Rauhnächte: So kannst du die magische Zeit über den Jahreswechsel nutzen, um dich vom alten Jahr zu lösen & Wünsche für 2021 zu formulieren

Den Rauhnächten werden magische Kräfte zugesprochen, jeder der Tage zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar steht dabei für einen Monat des kommenden Jahres: Der 25. für den Januar, der 26. für den Februar und so weiter. In dieser besonderen Zeit kannst du dich vom vergangenen Jahr verabschieden und konkrete Ziele und Wünsche für das kommende formulieren und manifestieren. Wie das geht, erklären wir dir später.

Die Rauhnächte – ein alter Brauch der Kelten

Sprechende Tiere, magische Orakel und böse Geister, die ihr Unwesen treiben – einem alten Brauchtum zufolge stehen in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr die Tore zur Anderswelt offen. Eine sehr mystische Zeit, die viel Unheimliches, aber auch wertvolle Hinweise für die Zukunft bringen soll. Bis heute gibt es viele Bräuche, die sich um diese „rauen“ Nächte ranken. Besonders in modernen Ritualen werden diesen aber immer häufiger positive Bedeutungen zugeschrieben, denn diese sollen dazu einladen, das alte Jahr zu reflektieren und einen Blick in das kommende zu werfen. Wir erklären, was es mit den traditionellen Rauhnächten auf sich hat und wie man diese besondere Zeit richtig für sich nutzen kann. 

Einen separaten Artikel zu den verschiedenen Jahreskreisfesten, ihren Bedeutungen und wie du mit ihrer Hilfe zu einem Leben im Zyklus der Natur zurückfinden kannst, liest du hier.

Was sind Rauhnächte und wann/warum finden diese statt?

Als Rauhnächte werden die sechs letzten und sechs ersten Nächte eines jeden Jahres bezeichnet. Somit finden diese zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar statt und dauern elf Tage und zwölf Nächte an.

Diese Tage sollen von den Kelten als Schalttage eingeführt worden sein, um die Lücke zwischen Mond- und Sonnenkalender zu schließen. Dauert das Jahr auf Basis der Mondphasen nämlich nur 354 Tage, bringt es ein Sonnenjahr auf 365 Tage. Die elf Differenztage galten damit als „Zwischenzeit“, die außerhalb der normalen Zeitrechnung lagen. In dieser Phase, so glaubte man, sollen die Gesetze der Natur außer Kraft treten und sich die Tore zu anderen Welten öffnen.

Auch der Grund, warum sich unzählige Brauchtümer und Rituale rund um die Rauhnächte ranken, die von Griechenland bis Norddeutschland seit Jahrhunderten zelebriert werden. Während im Alpenraum etwa Perchtenläufe böse Geister fernhalten sollen; spannt man in anderen Regionen bewusst keine Wäscheleinen im Garten, um zu vermeiden, dass sich dort Dämonen verfangen. Auch Tiere, die zu Mitternacht sprechen können oder Zukunftsorakel sind eng mit dem Mythos Rauhnacht verbunden, denn symbolisch steht jede Nacht für einen Monat des folgenden Jahres. Eine alte Bauernregel besagt etwa, dass das Wetter in den zwölf Rauhnächten eine Vorschau auf das gesamte Jahr geben kann.

Weniger Geister, mehr Reflektion – Rauhnächte und ihre Bedeutung heute

Während noch viele alte Traditionen in wilden Rauhnächten zelebriert werden, werden diese heute seltener als Geisterstunde als viel mehr als eine stille Zeit der Reflexion betrachtet. Diese kann etwa als Chance genutzt werden, um ein Fazit aus dem alten Jahr zu ziehen und Abschied zu nehmen. Gleichzeitig lädt die Phase ein, nach vorne zu blicken, Ziele und Vorhaben für das neue Jahr zu definieren und eine Art Vorschau für die kommenden Monate zu erhalten.

Wie bereits erwähnt, steht nämlich jede Rauhnacht für einen Monat des neuen Jahres. Träumt man in der dritten Nacht etwa besonders intensiv, kann das ein Omen für das sein, was im März passiert. Ein Traumtagebuch kann dir helfen, die Eindrücke festzuhalten und zu analysieren. Eine andere Möglichkeit sind Tarot-Orakel, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Natürlich kannst du auch einfach nur Meditieren, ein wenig Stille für dich genießen oder deine Gedanken in einem Journal notieren, um diese magische Zeit richtig für dich nutzen und neue Klarheit zu schaffen zu können.  

Daily Guide: So gestaltest du die zwölf Rauhnächte

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann jede Rauhnacht mit einem kleinen Ritual feiern. Jeder Tag steht dabei unter einem gewissen Thema.

Die Vorbereitung am 24. Dezember 

Am 24. Dezember feiert das Christentum Heiligabend. Es ist der Abend vor der ersten Rauhnacht, die zu Mitternacht beginnt, und lädt zu einer Rückschau auf das Jahr ein. Frage dich, was du als besonders positiv oder negativ empfunden hast, was du lernen konntest, für was du wirklich dankbar bist und welche Themen noch offen sind. Um die Wohnung von den alten Energien des Jahres 2020 zu reinigen, kannst du die Räume zudem räuchern, mit Salbei, Rosmarin oder Weihrauch zum Beispiel.

1. Rauhnacht am 25. Dezember 

Steht als Omen für den Monat: Januar

Thema: Grundlage – es geht darum, die Basisgedanken für das neue Jahr zu schaffen und um die Frage, was du 2021 erreichen oder loslassen möchtest. 

Ritual: Journaling zum Tagesthema.  

2. Rauhnacht am 26. Dezember 

Steht als Omen für den Monat: Februar

Thema: Innere Kraft – an diesem Tag verbinden wir uns mit unserer Intuition und dem höheren Selbst. Es geht darum, innere Balance zu finden und herauszufinden, welche Kraftquellen (wie Edelsteine) uns von außen bereichern können. 

Ritual: Meditation zum Tagesthema. 

3. Rauhnacht am 27. Dezember 

Steht als Omen für den Monat: März

Thema: Herzöffnung – der 27. Dezember ist der richtige Tag, um Wünsche und Ziele für das Jahr 2021 zu visualisieren. Fokussiere dich dabei auf die Gedanken, die dein Herz höherschlagen lassen und dir ehrlich Freude bereiten. 

Ritual: Eine herzöffnende Yin-Yoga-Session oder eine Collage basteln, die deine Wünsche visualisieren. 

 4. Rauhnacht am 28. Dezember 

Steht als Omen für den Monat: April

Thema: Auflösung – in dieser Rauhnacht solltest du dir die Dinge ansehen, die im letzten Jahr nicht so gut gelaufen sind, gleiches gilt für schlechte Gewohnheiten, die du ablegen möchtest.   

Ritual: Schreibe das Negative auf kleine Zettel und verbrenne diese vorsichtig. 

5. Rauhnacht am 29. Dezember 

Steht als Omen für den Monat: Mai

Thema: Selbstliebe und Freundschaft – mach dir heute Gedanken, wer dir in deinem Freundeskreis wirklich guttut und teile es den Menschen gerne mit. Außerdem solltest du auch dir etwas Gutes tun, als Zeichen der Selbstliebe.      

Ritual: Räucherwerk mit Rose, das das Herz öffnet und die Harmonie fördert.  

6. Rauhnacht am 30. Dezember 

Steht als Omen für den Monat: Juni

Thema: Bereinigung – heute solltest du dir klarmachen, welche Themen aus dem alten Jahr noch offen sind und geklärt werden sollten. Außerdem geht es um die Frage, welchen emotionalen Ballast du jetzt loslassen und nicht ins neue Jahr mitschleppen möchtest.  

Ritual: Die Dinge, die du loslassen willst, wieder auf einen Zettel schreiben und symbolisch verbrennen. 

7. Rauhnacht am 31. Dezember 

Steht als Omen für den Monat: Juli

Thema: Vorbereitung – am 31. Dezember feiern wir Silvester! Der perfekte Zeitpunkt, um Pläne für 2021 zu schmieden, Tagträumen freien Lauf zu lassen und den Start ins neue Jahr gebührend zu feiern.  

Ritual: Nimm vor der Silvesterparty ein reinigendes Bad mit Meersalz, um dich von alten Energien zu lösen. Auch ein Tarot-Orakel kann spannende Prognosen für das neue Jahr geben!  

8. Rauhnacht am 1. Januar 

Steht als Omen für den Monat: August 

Thema: Neubeginn – Happy New Year! Das neue Jahr hat begonnen und das gilt es heute zu schätzen und bewusst wahrzunehmen.  

Ritual: Schicke deinen Liebste persönliche Glückwünsche für das neue Jahr 2021. 

9. Rauhnacht am 2. Januar 

Steht als Omen für den Monat: September 

Thema: Innere Mitte – in der neunten Rauhnacht geht es darum, langsam aus der stillen, nach innen gekehrten Weihnachtszeit zu erwachen und die frischen Energien des Jahres zu tanken.  

Ritual: Um sich auf die vielen Vorhaben vorzubereiten, kannst du heute Qigong und Tai Chi Übungen durchführen, die Energie durch deine innere Mitte fließen lassen.   

10. Rauhnacht am 03. Januar 

Steht als Omen für den Monat: Oktober 

Thema: Visionen, göttliche Verbindung – heute geht es darum, Klarheit und Ordnung zu schaffen. Frage dich, wohin deine Energien fließen, welche großen Visionen du für die Zukunft hast und welche Dinge du in deinem Leben noch verbessern möchtest.     

Ritual: symbolisches Aufräumen der Wohnung oder eine Mediation zum Thema.  

11. Rauhnacht am 4. Januar  

Steht als Omen für den Monat: November 

Thema: Loslassen – Abschied nehmen und Transformation ist das Thema des vierten Januars. Es geht heute noch einmal darum, welche Themen oder Personen du endlich loslassen möchtest, aber auch um größere Zukunftsziele und was du ändern musst, um diese zu erreichen.

Ritual: Räucherwerk mit Zimt oder Kalmuswurzel, die beim Loslassen helfen.  

12. Rauhnacht am 5. Januar 

Steht als Omen für den Monat: Dezember 

Thema: Bereinigen – Zum Schluss der Rauhnächte rufst du dir noch einmal alles in Erinnerung, was in den letzten zwölf Tagen nicht so gelaufen ist, wie du es wolltest. Du kannst dich außerdem Themen widmen, die dich noch belasten oder dich von deinem Glück abhalten.          

Ritual: eine Reinigungsmediation. Stelle dir dafür eine violette Flamme vor, in der das Negative, das dich umgibt, aufgelöst wird.

Der Abschluss am 6. Januar

Am Dreikönigstag wird nicht nur der Christbaum aus der Wohnung geräumt – es ist auch das Ende der Rauhnacht-Zeit. Am heutigen Tag sollen sich die Tore zur anderen Welt schließen und der Alltag des neuen Jahres beginnt. Du kannst die letzten Tage noch einmal reflektieren und ein Resümee ziehen. Und: Zu Mitternacht die Fenster und Türen symbolisch öffnen, um neue Energie in dein Leben zu lassen und die Rauhnächte zu verabschieden.  

Magdalena Grausgruber
Als ausgebildete Modejournalistin schreibe ich seit rund sechs Jahren für verschiedene Online-Magazine im Bereich Mode, Beauty, Interior und Lifestyle. Immer auf meinem Schreibtisch? Eine große Tasse Kaffee und meine Kristalle. Das Thema Spiritualität und Astrologie hat mich in den letzten Jahren nämlich beruflich sowie privat besonders inspiriert und bewegt. Umso mehr freue ich mich, für the good good unter anderem darüber schreiben zu dürfen. In meiner Freizeit entspanne ich am liebsten am Strand meiner zweiten Heimat Ibiza, auf dem Rücken meines Pferdes oder lege meinen Freunden Tarot Karten.